Eine im "Deutschen Ärzteblatt" veröffentlichte Arbeit zur Wirksamkeit von Yoga bei der Behandlung psychischer Störungen empfiehlt körperorientierten Yoga als vielversprechenden ergänzenden Behandlungsansatz zur Psychotherapie. Bei der Arbeit handelt es sich um eine von Psychologen des Universitätsklinikums und der Friedrich-Schiller-Universität Jena durchgeführte Metaanalyse.

25 Studien zur Wirksamkeit von körperorientiertem Yoga in der Behandlung psychischer Störungen wurden ausgewertet und zusammengefasst. In den Studien wurden insgesamt 1339 erwachsene Patienten untersucht, die an unterschiedlichen psychischen Störungen litten. Von den 1339 gehörten 656 einer Yoga-Interventionsgruppe und 683 einer Kontrollgruppe an. Yoga wurde in allen Studien unter Anleitung eines Yogalehrers in Gruppen von drei bis 25 Teilnehmern in einem Zeitraum von fünf bis 100 Stunden über zwei bis 24 Wochen durchgeführt. Unter den Kontrollgruppen blieben einige unbehandelt, andere übten Sport oder Aufmerksamkeitskontrolle, noch andere unterzogen sich einer psychotherapeutischen Standardbehandlung.

Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass Yoga bei der Behandlung psychischer Störungen Symptome reduzieren kann. Der Vergleich der Yoga-Interventionsgruppen mit unbehandelten Kontrollgruppen fiel deutlich zugunsten von Yoga aus. Beim Vergleich von Yoga-Interventionsgruppen und Sport oder Aufmerksamkeitskontrolle übenden Kontrollgruppen ist der Unterschied zugunsten von Yoga ebenfalls vorhanden, fällt jedoch geringer aus. Im Vergleich mit einer psychotherapeutischen Standardbehandlung erweist sich Yoga in der Wirksamkeit als gleichwertig. Wird Yoga mit einer psychotherapeutischen Behandlung kombiniert, erhöht sich die Wirksamkeit gegenüber der Anwendung von nur einem der beiden Ansätze.

Die Studien zeigen zudem weitere positive Wirkungen von Yoga bei der Behandlung psychischer Störungen. So fördert Yoga eine geringere Stresswahrnehmung und eine verbesserte Selbstkontrolle. Zudem kann Yoga die Zufriedenheit, das Selbstbewusst-sein und die Lebensqualität steigern.

Die Arbeit ist am 25. März 2016 im "Deutschen Ärzteblatt" (Jg. 113 / Heft 12) erschienen und im Internet unter www.aerzteblatt.de nachzulesen.


« Zurück zur Übersicht