Yoga wirkt

Für die "Deutsche Medizinische Wochenschrift" (DMW) hat Diplom-Psychologe Dr. Holger Cramer die Datenlage zum therapeutischen Potenzial von Yoga zusammengefasst.

"Zurzeit praktizieren knapp 16 Millionen Menschen in Deutschland Yoga oder möchten damit anfangen", schreibt Cramer, Forschungsleiter an der Klinik für Naturheilkunde und Integrative Medizin an den Kliniken Essen-Mitte, Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen. Meist seien es gesundheitliche Gründe, die die Menschen zum Yoga brächten. Auch einige Krankenkassen stuften das Naturheilverfahren inzwischen als wirksamen Therapie- und Präventionsansatz ein.

In den über 300 randomisierten Studien, die Cramer in seine Auswertung einbezogen hat, wirkt sich Yoga nachweislich positiv auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronische Schmerzen und psychische Beschwerden aus. "Yoga ist nicht gleich Yoga", betont Cramer. Es gehe nicht nur darum, bestimmte Körperhaltungen einzunehmen, sondern die ursprüngliche Lehre umfasse eine Vielzahl weiterer Aspekte. Dazu zählen Übungen zur Konzentration und Meditation, zu Selbstdisziplin und Atemkontrolle. Die Art der Übungen sei mit entscheidend für den therapeutischen Erfolg. Eine bestimmte Yoga-Form ist für bestimmte Erkrankungen besser geeignet als andere.

Die positiven Effekte lassen sich oft noch ein Jahr nach Ende des Kurses nachweisen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Teilnehmer zu Hause selbstständig weiterüben. "Schließlich geht es beim Yoga nicht darum, sich behandeln zu lassen, sondern selbst aktiv zu werden", so Cramer.

Quelle: www.thieme.de


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