Petition fordert gerechte Beiträge für geringverdienende Selbständige

Selbstständigen wird bei der Berechnung der Krankenkassenbeiträge ein Mindesteinkommen unterstellt, dass die meisten von ihnen gar nicht haben.

Selbständige zahlen ihren Krankenversicherungsbeitrag komplett selbst, da der Arbeitgeberanteil bei ihnen wegfällt. Hinzu kommt, dass freiwillig gesetzlich versicherten Selbständigen zur Beitragsberechnung einfach ein monatliches Mindesteinkommen unterstellt wird, anstatt den Beitrag nach ihrem tatsächlichen Einkommen zu berechnen. Aufgrund dieser Mindestbemessungsgrenze von zurzeit 2231,25 Euro wird der Mindestbeitrag für die Krankenkasse berechnet, der mit Krankengeldanspruch und Pflegeversicherung im Schnitt bei etwa 407 Euro im Monat liegt. Die Mindestbemessungsgrenze lässt sich nur in besonderen Härtefällen auf 1487,50 Euro senken.

Die Realität der Selbständigen sieht inzwischen jedoch ganz anders aus. Bei etwa 71 Prozent der in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherten Selbständigen handelt es sich um sogenannte Solo-Selbständige. Solo-Selbständige haben keine Angestellten und häufig ein geringes Einkommen. Ihr Jahresdurchschnittseinkommen liegt bei etwa 9444 Euro brutto, also lediglich 787 Euro brutto im Monat. Die Mindestbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenkasse ist also deutlich zu hoch angesetzt. Eine Folge davon sind hohe Beitragsschulden bei den Krankenkassen, da viele Selbständige den Mindestbetrag nicht aufbringen können.

Auf der Website www.change.org gibt es derzeit ein Petition des Solo-Selbständigen Andreas Müller, der fordert, dass der Krankenkassenbeitrag für Selbstständige unter Wegfall der Mindestbemessungsgrenze nach dem tatsächlichen Gewinn ermittelt wird und dass, wenn Selbständige ihr Einkommen nicht rechtzeitig nachweisen und deshalb pauschal der Höchstbeitrag gezahlt werden musste, auf Nachreichen der Steuererklärung zu viel gezahlten Beiträge zurückgezahlt werden. Wenn Sie die Petition unterstützen möchten, finden Sie sie im Internet unter www.change.org

Für weitere Informationen zum Thema "Solo-Selbständigkeit" können Sie sich einen Fernsehbeitrag der ARD mit dem Titel "Selbständig in die Armut" unter folgenden Link in der Mediathek ansehen: www.ardmediathek.de


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