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Yoga für die Lebensphase Alter I W12-2026

Inhalt

Die Unterrichtung von Menschen im höheren Lebensalter ist eine vielfältige und anspruchsvolle Aufgabe.

Im Alter finden viele Menschen, losgelöst von den Verpflichtungen des mittleren Lebensalters, zurück zu wesentlichen Werten: das Leben in vollen Zügen genießen, Zeit für sich selbst haben und der eigenen Spiritualität Raum geben. Doch gleichzeitig können Einschränkungen der Beweglichkeit, Krankheiten sowie der Verlust von FreundInnen und PartnerInnen neue Herausforderungen darstellen, denen es zu begegnen gilt. In diesem Weiterbildungsseminar setzen wir uns abseits von altersdiskriminierenden oder idealisierten Vorstellungen des Alters mit den Möglichkeiten auseinander, den Prozess des Alterns mithilfe von Yoga optimal zu begleiten.

Auf physiologischer Ebene betrachten wir den Alterungsprozess und leiten daraus spezifische Anforderungen für den Unterricht ab. Gängige Einschränkungen des Bewegungsapparates, des Herz-Kreislaufsystems und der Atemwege werden vorgestellt, ebenso wie mögliche Kontraindikationen und yoga-therapeutische Interventionen. Der Schwerpunkt liegt auf einem ressourcenorientierten Gruppenunterricht. Dabei üben wir insbesondere, Yoga-Āsana mit Kreativität und Variantenreichtum anzupassen und Sequenzen zu gestalten, die die Möglichkeiten des Yogas für die Zielgruppe optimal nutzen. Dazu gehören neben der Āsana-Praxis auch Methodik und Didaktik des Unterrichtens. Das Wochenende bietet Raum für Selbstreflexion, kollegialen Austausch und wird neben den theoretischen Impulsen von zahlreichen Praxiseinheiten begleitet.

Unter anderem wird vermittelt:
• Auf eine heterogene Zielgruppe einzugehen und die Lebensqualität im Alter zu verstehen und zu verbessern.
• Altersstereotype zu erkennen und zu vermeiden
• Den physiologischen und psychosozialen Alterungsprozess zu verstehen.
• Methoden und Didaktik für verschiedene Unterrichtsrahmenbedingungen anzuwenden.
• Eigene Lehrqualitäten zu entwickeln und zu verstärken.
• Asana durch den Einsatz von Hilfsmitteln wie Stühlen, Klötzen, Gurten oder Veränderungen der Raumposition zu modifizieren.
• Yogas-Squenzen zu entwickeln und zu unterrichten.
• Anpassungen vorzunehmen bei häufig auftretenden altersbedingten Einschränkungen und Erkrankungen des Bewegungsapparats (wie Arthrose, Osteoporose oder künstliche Gelenke), sowie bei internistischen Beschwerden wie Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Zielgruppe

Yogalehrende, Yoga-Praktizierende

Diese Weiterbildung richtet sich an Yoga-Lehrende, die Interesse am Unterrichten von älteren Menschen haben oder auch lernen möchten, wie sie Bewegungseinschränkungen berücksichtigen und ihren Unterricht inklusiv gestalten können.

Übernachtung

Es sind zwei Übernachtungen im Einzelzimmer im Tagungshaus in der Seminargebühr enthalten. Die Zimmerreservierung erfolgt automatisch durch den BDYoga.

DozentIn

Sabine Klein

Sabine Klein ist Yogalehrerin aus Berlin und spezialisiert auf Yoga im Alter sowie adaptive Yogadidaktik. Seit 2012 unterrichtet und begleitet sie ältere Menschen in unterschiedlichen Kontexten: in inklusiven Gruppen, im Einzelunterricht, in Pflegeeinrichtungen sowie in Yogastudios und Volkshochschulen.
In ihrer Arbeit verbindet sie Yoga mit gerontologischem Wissen sowie ihrem beruflichen Hintergrund in Europäischer Ethnologie und Kulturwissenschaft. Über viele Jahre hat sie einen ressourcenorientierten Ansatz für Yoga im Alter entwickelt, der Teilhabe, Selbstwirksamkeit und Körperwahrnehmung in den Mittelpunkt stellt.
Grundlage ihrer Arbeit sind fünf Leitprinzipien: Ressourcenorientierung statt Fokus auf Einschränkungen, Variation statt Ersatz von Asana, Selbstwirksamkeit statt Leistungsnorm, innere Wahrnehmung statt äußerer Form, Nachhaltigkeit statt Selbstoptimierung.
Sie entwickelt und unterrichtet Weiterbildungen zu Silver Yoga, Yoga im Alter und adaptivem Unterrichten, speziell für Yogalehrerinnen, die ihre Kompetenzen in diesem wachsenden Feld erweitern möchten. Im BDYoga engagiert sie sich als Leiterin des Arbeitskreises „Yoga im Alter“ und trägt dort zur fachlichen Weiterentwicklung und Vernetzung bei.

Veranstaltungsstätte